Keimung von Hanf

Keimlinge der Hanfpflanze in einem Topf mit Anzuchterde

Zur Keimung von Hanfsamen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Jede Methode muss gut durchdacht werden, denn hier wird der Grundstein für ein ganzes Pflanzenleben gelegt. 

Wenige Tage nach Aussaat der Hanfsamen, beginnen diese mit der Keimung. Zuerst entwickelt sich aus dem Samen ein Keimling, der sich nach 1–2 Wochen in einen Sämling mit ersten kleinen Blattfingern verwandelt. Erst dann ist es Zeit zum Auspflanzen bzw. Umtopfen und Düngen.
Keimlinge würden auf vorgedüngte Erde und andere Umwelteinflüsse sehr empfindlich reagieren. Sämlinge werden daher auch als Setzlinge bezeichnet.

Sobald sich nach 2–4 Wochen erste größere Blattpaare bilden, hat der Sämling die Verwandlung in eine heranwachsende Hanfpflanze vollzogen.

Nach weiteren 2–4 Wochen Wachstum und 4–12 Wochen Blütezeit findet die ersehnte Ernte der Hanfpflanze statt.  

Hinweis (Werbung)

Weitere Infos zum Lebenszyklus von Cannabis erfährst du im Sensi-Seeds-Blogartikel „Der Lebenszyklus von Cannabis: Vom Samen bis zur Ernte“.

Wie lange dauert die Keimung von Hanfsamen?

Die Keimung von Hanfsamen dauert nicht lange. Oft sind Keimlinge schon nach 3 Tagen sichtbar. Bei älteren Hanfsamen kann es bis zu 2 Wochen dauern.

Sollte anfangs kein Keimling zu sehen sein, lohnt es sich nach spätestens 7 Tagen nachzuschauen. Manchmal werden Keimlinge durch Gießwasser tief unter die Erde gespült oder liegen unter Erdklumpen begraben!

Hanfsamen von hochwertigen Züchtern haben in der Regel eine Keimquote von 100%. Dennoch liest man häufig in Kommentaren, dass Grower unzufrieden mit der Keimquote des gekauften Saatguts sind.

Meist liegt dies aber nicht an der Qualität der Samen, sondern am falschen Handling beim Keimprozess.

Wie sollen die Hanfsamen gekeimt werden?

Um Hanfsamen zu keimen gibt es mehrere Möglichkeiten. Jeder Grower hat seine eigene bevorzugte Methode auf die er schwört.

Folgende Keimmethoden werden besonder häufig angewandt:

Keimung im Wasserglas

Manche Grower weichen die Samen zuerst 35 Tage in Wasser ein. Sobald sich erste Wurzeln zeigen, werden die Keimlinge in Aufzuchterde umgebettet. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Samen „ertrinken“.

Keimung zwischen Papiertüchern

Sobald sich ein Keimling gebildet hat, wird dieser mittels Pinzette in ein Gefäß mit Anzuchterde verfrachtet. Nachteil der Methode ist, dass die Papiertücher schnell austrocknen und daher einer ständige Überwachung erfordern.

Keimung in Torfquelltöpfen

Torfquelltöpfe werden ebenfalls oft empfohlen. Der Nachteil dabei ist jedoch die geringere Keimquote. Die hohe Dichte des durchnässten Torfsubstrats führt nicht selten dazu, dass Samen ersticken.

Keimung in Anzuchterde

Viele bevorzugen daher die sicherere Keimung in Anzuchterde. Ideal ist dafür hochwertige Anzuchterden zu verwenden! Die Samen werden in ein fingernageltiefes Loch eingesetzt und immer leicht feucht gehalten.

Keimung im Minigewächshaus

Ein Minigewächshaus lohnt sich bei sehr früher Anzucht. Oft sind Aufzuchtschalen bereits beim Kauf dabei. Upgegradet werden kann dieses mit einer Heizmatte und einer Leuchtstoffröhre.

Keimung draußen

Wer direkt draußen in die Erde aussäen möchte, der braucht entweder einen dicken Geldbeutel oder ein sehr gut vorbereitetes Beet mit optimalem Schnecken- und Wildfraßschutz. Die Verlustquote ist draußen immer am höchsten. Sollte es unerwartet Frost geben, haben Keimlinge und Sämlinge keine Chance.

Wie keimen Hanfsamen am besten?

Hier streiten sich die Geister. Prinzipiell funktionieren alle Möglichkeiten. Vieles hängt auch vom Budget und den persönlichen Erfahrungen ab.

Die Keimung mit Papiertüchern wird z. B. von Sensi Seeds (Werbung) empfohlen. Grow Guru (Werbung) empfiehlt Papiertücher für Samen, Torftöpfe für Keimlinge, Anzuchtschalen für Sämlinge und ein Minigewächshaus mit Lichtunterstützung für ideale Anzuchtbedingungen.

Einfacher und kostengünstiger ist von Beginn an die Samen in hochwertige Anzuchterde zu geben. Dafür genügen sogar kleine Joghurtbecher oder Eierschalen auf der Fensterbank ausreichend Wärme und Licht vorausgesetzt!

Sobald die Setzlinge einen stabilen Eindruck machen, werden diese dann in ihr endgültiges Behältnis umgetopft oder an einer gut vorbereiteten Stelle ausgesetzt.

Wichtig (Werbung)

Nimm niemals vorgedüngte Pflanzenerde zur Aussaat und Aufzucht. Die Keimlinge würde „verbrennen“. Verwende spezielle Keimerde mit niedrigen EC-Werten. Viele Grower schwören hier auf CANNA Seed Mix Substrat 25L.

Wann Hanfsamen aussähen?

Das richtige Timing bei der Aussaat von Hanfsamen ist entscheidend für die künftige Entwicklung der Hanfpflanze. Richtig relevant ist dies allerdings nur bei photoperiodischen Outdoor-Sorten.

Folgender Aussaatkalender liefert eine grobe Orientierung nach Klimazonen:

Kühl / AlpinGemäßigtMediterranTropisch
NordhalbkugelAprilMärzFebruarJanuar
SüdhalbkugelNovemberOktoberSeptemberAugust

Idealer Aussaatzeitraum in Europa und Nordamerika ist Februar bis April. In Uruguay und Chile wird zwischen September und Oktober ausgesät. In Kolumbien im Januar. Unabhängig von der Klimazone sollte die Aussaat immer drinnen erfolgen!

Die Aussaat von Autoflowering-Samen (Werbung) erfolgt spätestens 3 Monate vor dem ersten Nachtfrost und frühestens 46 Wochen bevor Frühlingsfrost nicht mehr auftritt. Erst dann wird ausgesetzt.

Photoperiodische Hanfpflanzen brauchen länger als selbstblühende. Daher ist das Timing bei der Aussaat hier tatsächlich für alles Weitere ausschlaggebend.

Beim Indooranbau findet die Aussaat genau dann statt, wenn die Growbox wieder frei wird. Dies kann einige Wochen vor der Ernte sein oder erst nach der Ernte, wenn die Keimung unter Kunstlicht in der Growbox stattfinden soll.

Wie läuft die weitere Aufzucht ab?

Sobald aus dem Keimling ein Sämling geworden ist, kann mit den Vorbereitung für das Aussetzen oder Umtopfen begonnen werden.

Idealerweise wurde der Keimling in einem kleinen Gefäß mit Aufzuchterde aufgezogen und dort zum Sämling herangewachsen. Erste wenn eine Pflanzengröße von 3040 cm erreicht wurde, wird es Zeit für die neue Lebensphase als Hanfpflanze.

Das Sämlingsstadium muss beim Aussetzen soweit fortgeschritten sein, dass Fressfeinden keine Gefahr mehr darstellen. Mit der Weiterentwicklung des Sämlings in eine Hanfpflanze, verändert sich der Eigengeruch und die Anziehungskraft für Fressfeinde nimmt ab.

Auch Spätfrost sollte nicht mehr auftreten. Dies bedeutet für große Teile Europas bis zur kalten Sophie am 23. Mai zu warten. Risikofreudige Grower setzten ihre Pflänzchen jedoch oft schon früher aus.

Wenn es doch unerwartet zu Spätfrost kommt, können die Sämling zur Not mit Jutesäcken abgedeckt oder soweit in Töpfen gepflanzt  auch reingeholt werden.

Soll indoor angebaut werden, ist ohnehin der Griff zum Topf unausweichlich. Die nächste Lebensphase wird dann mit dem Umtopfen eingeläutet.