Botanik der Hanfpflanze

Warum ist Hanf so erfolgreich? Was ist das Geheimnis von Sinsemilla? Und was benötigt Hanf um gesund zu wachsten und zu blühen? Hier erfährst du alles Wichtige über die Hanfbotanik!

Hanfpflanzen mit beginnender Blütenbildung

Merkmale & Eigenschaften

Die Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) gehört – wie auch der Hopfen – zur Gattung der Cannabaceae, den sogenannten Hanfgewächsen.

Hanfgewächse sind getrenntgeschlechtliche, einjährige Pflanzen mit tageslängenabhängiger Blütenbildung, die sich über den Wind mit anderen Artgenossen kreuzen.

Besonderheiten

  • Zweihäusigkeit – Männliche und weibliche Pflanzen
  • Sommerannuell – Einjährige, nicht überwinterungsfähige Pflanze
  • Photoperiodismus – Tageslängenabhängige Blütenbildung
  • Windbestäuber – Befruchtung durch vom Wind übertragene Pollen

Aufgrund der unterschiedlichen Geschlechtsverteilung (Zweihäusigkeit), kommen beim Hanf sowohl weibliche als auch männliche (in Ausnahmefällen zwittrige) Pflanzen vor.

Hanf ist einjährig (sommerannuell). Mit dem Ende der Samenbildung sterben die weiblichen Pflanzen langsam ab (meist im Herbst). Der Lebenszyklus in der Natur kann dabei zwischen 2 Monaten (am Polarkreis) und 10 Monaten (am Äquator) betragen.

Die Blütenbildung beim Hanf wird durch einen abnehmenden Lichtzyklus bzw. einer zunehmenden Dunkelperiode eingeläutet (Photoperiodismus). Unterbrechungen der Hell-Dunkel-Phase können zu einer gestörten Blütenentwicklung führen.

Einzige Ausnahme sind die sogenannten selbstblühenden Hanfsorten. Diese gehen unabhängig von der Tages- bzw. Nachtlänge immer automatisch in die Blüte.

Zirka 3 Wochen vor Einleitung der weiblichen Blüte zeigen sich an den männlichen Hanfpflanzen erste Pollensäcke. Werden diese nicht entfernt, kommt es durch Pollenflug zur Befruchtung der weiblichen Hanfpflanzen (Windbestäuber).

Sortenspezifische Eigenschaften

Falls du glaubst nun alle Eigenschaften von Hanf zu kennen, hast du dich vielleicht getäuscht. Denn jede Sorte hat ihre eigenen, ganz speziellen Merkmale!

  • Wachstumshöhe

    Die Wachstumshöhe kann sehr variabel sein. In den kargen Gebirgslandschaften und windigen Steppen Zentralasiens werden Hanfpflanzen oft nicht weniger groß als 30 cm – 1 m.

    In den Tropen dagegen profitieren die Pflanzen von einem milderen Klima, weniger Wind, regelmäßiger Bewässerung und fast konstanter Tageslichtdauer.

    Hanf kann somit über lange Zeit wachsen und wird dabei manchmal sogar bis zu 6 m hoch!

    Letztlich hängt die Wachstumshöhe von der Genetik und den vorherrschenden Bedingungen am Standort ab.

  • Blühdauer

    Je nach Blütentyp, Genetik und Standort kann die Blühdauer stark variieren. Von der Vorblüte bis zur vollen Erntereife können 4–26 Wochen vergehen.

    Selbstblühende Hanfpflanzen haben die kürzeste Blühdauer, aber auch den geringsten Ertrag.

    Tropische Hanfsorten brauchen am längsten, erbringen aber deutlich höhere Erträge.

  • Ertrag

    Der Ertrag von Hanf hängt – wie die Blütedauer selbst – stark vom zugrunde liegenden Blütentyp (photoperiodisch oder selbstblühend), der Genetik und den Wachstumsbedingungen ab.

    Manche Hanfsorten erwirtschaften weniger als 15 g Ertrag pro Pflanze outdoor oder 150 g pro m² indoor, andere erreichen Spitzenwerte von 4 kg pro Pflanze outdoor oder 750 g pro m² indoor.

  • Wirkstoffgehalt

    Auch beim Wirkstoffgehalt spielt das genetische Programm und die Wachstumsbedingungen eine entscheidende Rolle. Je nach Einsatzgebiet werden verschiedene Hanfsorten verwendet.

    Cannabis für den Genusskonsum enthält meist mehr THC als CBD. Ab 15 % gilt der THC-Anteil als hoch, ab 20 % als sehr hoch.

    Wird Cannabis als Medizin verwendet, enthält dieses meist höhere Mengen an CBD. Von einem hohen CBD-Gehalt wird ab 5 % CBD gesprochen.

    Neben THC und CBD finden sich noch viele weitere Wirk- und Inhaltsstoffe im Hanf. Diese beeinflussen sich meist gegenseitig und führen so – je nach Sorte und Pflanze – zu unterschiedlichen Wirkeffekten.

  • Wirkung

    Die Wirkung von Hanf ist sehr variabel und hängt stark vom Wirkstoffspektrum und -gehalt ab.

    Am häufigsten tritt beim Freizeitkonsum eine gewisse Euphorie auf, die mit einem tiefen Gefühl des Entspanntseins einhergeht. Hinzu kommen Phasen erhöhter Kreativität und Redelust, aber auch gesteigerter Appetit und sexuelles Verlangen.

    Die medizinische Wirkung ist nicht automatisch mit Rauschzuständen verbunden. Oft werden spezielle Sorten und Dosierungen eingesetzt um eine bestimmte medizinische Wirkungen zu erzielen.

    Negative Wirkeffekte treten insbesondere bei unerfahrenen Konsumenten, Menschen mit geringer THC-Toleranz und Sorten mit hoher THC-Konzentration auf. Dazu gehören vorübergehende Angstzustände und Kreislaufprobleme.

    Oft wird auch ein zu starker sedierender Effekt beklagt – der auch „Couchklebrig“ genannt wird – was jedoch dann meistens an der falschen Dosierung oder Sortenwahl liegt.

  • Geschmack

    Wie beim Bier oder Wein ist auch beim Hanf der Geschmack von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Dies liegt an der Zusammensetzung und Ausprägung der verschiedenen Inhaltsstoffe.

    Verantwortlich für unterschiedliche Geschmäcker sind vor allem die sogenannten Terpene der Hanfpflanze. Dabei können die Geschmacksnoten sehr viele unterschiedliche Formen einnehmen.

    So können sowohl fruchtige Aromen wie Ananas und Mango als auch markante Geschmäcker wie Käse und Moschus sowie holzige und erdige Noten dominieren.

Tipp

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Einsatzgebiete & Verwendung

Umgangssprachlich wird zwischen Nutzhanf (Faser- und Speisehanf) und Cannabis (Medizinal- und Rauschhanf) unterschieden, auch wenn es sich um ein und dieselbe Pflanzengattung (Cannabis sativa L.) handelt.

Alleinstellungsmerkmal

Hanf ist ein Multitalent. Es gibt keine andere Pflanze mit einem so breiten Einsatzgebiet als Nahrungsmittel, Rohstofflieferant, Arznei- und Genussmittel.

Je nach Verwendungszweck kommen unterschiedliche Hanfarten und -sorten zum Einsatz. EU-weit angebaut werden dürfen nur zugelassene Nutzhanfsorten. Obwohl Nutzhanf nur sehr geringe Mengen THC enthält, ist der Anbau Genehmigungspflichtig.

Potenter Hanf darf im Einzelfall unter noch strengeren Auflagen angebaut werden, meist ausschließlich zu wissenschaftlichen oder medizinischen Zwecken.

Den (medizinischen) Eigenanbau haben dagegen wenige Länder entkriminalisiert (Spanien, Niederlande, Tschechien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Südafrika) oder legalisiert (Uruguay, Kanada, verschiedene US-Bundesstaaten).

Hanf als Rohstoff- und Nahrungsmittellieferant

Nachdem während der Hanfprohibition sogar die Nutzung von THC-armen Hanf verboten war, erlebt Hanf momentan ein Comeback als Rohstoff- und Nahrungsmittellieferant.

Zur Gewinnung von Roh- und Werkstoffen, Produktion von Nahrungsmitteln und zur Herstellung von Naturkosmetik und Nahrungsergänzungsmitteln, kommen überwiegend THC-arme Nutzhanfsorten (< 0,2% THC) zum Einsatz.

Folgende Produkte aus der Hanfpflanze stehen dabei im Vordergrund:

  • Roh- und Werkstoffe – Hanffasern und Zellulose
  • Nahrungsmittel – Hanfsamen, Hanföl und Hanfprotein
  • Naturkosmetik – Hanföl und CBD
  • Nahrungsergänzungsmittel – Hanfprotein, Hanföl und CBD

Während beim Nutzhanf die Fasergewinnung im Vordergrund steht, wird Speisehanf zur Gewinnung von Hanfsamen angebaut. Für beide Anbauziele sind in Europa nur Hanfsorten aus dem gemeinsamen Sortenkatalog der EU zugelassen.

Hanf als Genuss- und Heilmittel

Bei potenten Hanf handelt es sich praktisch um dieselbe Pflanze. Allerdings liegt der Schwerpunkt hier auf die psychoaktiven oder therapeutisch nutzbaren Wirkstoffen, insbesondere THC und CBD.

THC- und CBD-reicher Hanf wird vorwiegend für Freizeit- und Genuss- und Erholungszwecke oder den therapeutischen Einsatz angebaut. In den meisten Ländern ist hierfür eine staatlichen Anbaugenehmigung erforderlich.

Zur Gewinnung von potentem Cannabis wird unter allen Umständen ein Bestäuben der weiblichen Blüten vermieden. Denn unbestäubt bilden diese keine Samen, sondern wirkstoffreiches Harz.

Beim potenten Hanf wird zwischen 3 Hanfarten unterschieden:

  • Cannabis sativa – auch Cannabis sativa rasta genannt
  • Cannabis indica – auch Indischer Hanf genannt
  • Cannabis ruderalis – auch Ruderalhanf genannt

Hinweis

Mehr über die Unterschiede und Eigenschaften der verschiedenen Hanfarten erfährst du bei Genetik!

Geschlechtsformen & Sinsemilla

Hanf ist eine getrenntgeschlechtliche (zweihäusige) Pflanze. Es existieren sowohl weibliche als auch männliche Pflanzen. Beide Geschlechter bilden Blüten, die sich hinsichtlich Aussehen und Funktion unterscheiden.

Die männliche Hanfpflanze und ihre Blüte

Die männliche Pflanze zeichnet sich durch einen schlanken Wuchs aus und entwickelt meist weniger Äste und Blätter als die weiblichen Artgenossinnen.

Männliche Hanfpflanze in der Blütephase mit teilweise geöffneten Pollensäcken

Typisch für die männlichen Blüten sind teils vereinzelte, teils dicht aneinander liegende Pollensäcke, die im Verlauf an Größe zunehmen (Pollenbildung).

Sobald die männlichen Blüten herangereift sind, öffnen sich die Pollensäcke. Die Pollen befruchten nun über den Wind die weiblichen Blüten. Sobald diese befruchtet wurden, beginnen die weiblichen Blüten Samen zu produzieren.

Die weibliche Hanfpflanze und ihre Blüte

Die weiblichen Blütenstände produzieren bis zur Bestäubung große Mengen Harz, das erst mit der Samenbildung nicht weiter gebildet wird.

Weibliche Hanfpflanze in der Blütephase mit glitzernden, von Harzkristallen bedeckten Knospen und blütennahen Blättern

Während die männliche Blüten in einer lose Anordnung von kapselartigen Pollensäcken auftreten, setzen sich die die weiblichen Blüten wie folgt zusammen:

  • Headbud – Aus vielen Blüten bestehende Hauptblüte an der Pflanzenspitze
  • Blüte – Aus Knospen, Blütenblättern und Blütenstängeln bestehende Einheit
  • Knospe – Formation aus Kelch und Stempelpaar
  • Blütenkelche – Tropfenförmige Hülle von Stempel und Trichomen
  • Stempel – Weiße, später organgene bis bräunliche Härchen des Blütenkelchs
  • Trichome – Von den Harzdrüsen auf Kelchen und Blättern gebildete Harzkristalle
  • Blütenblätter – Kleine harzige Blättchen als Teil der Blüte
  • Blütenstängel – Stielartige Verbindung zwischen Blüten und Ästen

Sinsemilla

Wird Hanf zu Heil- oder Genusszwecken angebaut, steht die weibliche Blüte im Vordergrund.

Grund: Die für die Wirkeffekte verantwortlichen Inhaltsstoffe kommen vorwiegend in den Blüten und blütennahen Blättern der weiblichen Cannabispflanze vor.

Sobald jedoch männliche Pollen auf die harzigen Blütenstände der weiblichen Hanfpflanze treffen, beginnt diese Samen zu produzieren. Die Produktion des klebrigen, wirkstoffreichen Blütenharzes wird eingestellt.

Das Geheimnis von Sinsemilla

„Sinsemilla“ ist ein spanischer Begriff und bedeutet soviel wie „ohne Samen“. Sensimillas bilden solange ihre Blüten aus, bis diese von männlichen Pollen bestäubt werden. Wird dies verhindert, werden die Blüten immer größer.

Bei der Kultivierung von Cannabis werden daher männliche Hanfpflanzen vorzeitig entfernt. Die weiblich Hanfpflanze produziert so immer weiter Harz und Blütenmasse, in der Erwartung noch befruchtet zu werden.

Potente weibliche Hanfpflanzen ohne Samen werden daher als „Sinsemilla“ – den spanischen Begriff für „ohne Samen“ – bezeichnet.

Dank moderner Vermehrungstechniken ist es Cannabiszüchtern gelungen, Hanfsamen zu gewinnen, aus denen ausschließlich weibliche Hanfpfanzen hervorgehen. Im Fachhandel werden diese als „Feminisierte Hanfsamen“ vermarktet.

Hinweis

Mehr über über „Feminisierte Hanfsamen“ erfährst du bei Sensi Seeds, dem ältesten Hanfsamenzüchter mit der weltgrößten Hanfsamenbank!

Aussehen, Aufbau & Anatomie

Die Anatomie einer Hanfpflanze hängt im Wesentlichen von ihrer Genetik ab.

Hanfpflanze mit vielen Blättern, Sonnensegeln und Blüten

Angepasst an unterschiedliche geographische und klimatische Verhältnisse, bildeten sich über die Jahrhunderte perfekt zur jeweilige Umwelt passende Landrassen.

Größe und Aussehen der Landrassen und ihren Nachfahren ist daher sehr variabel. Dennoch gibt es einige anatomische Merkmale die alle Hanfpflanzen teilen:

  • Wurzel – Liefert Nährstoffe, beeinflusst Pflanzengesundheit und Wachstum
  • Stamm – Biegsame bis holzig mit Ästen, Blättern und Blüten
  • Äste – Sorgen für breitere Pflanzen mit mehr Blatt- und Blütenmasse
  • Stängel – Bindeglied zwischen Blatt oder Blüte und Ast
  • Blätter – Handartige Blätter mit 1-13 Blattfingern
  • Sonnensegel – Große bewegliche, mit dem Stamm verbundene Blätter
  • Blütennahe Blätter – Blättchen mit Harzdrüsen zwischen den Blüten
  • Blüten – Harzbedeckte Knospe mit oder ohne Samen
  • Samen – Kleine, haselnussförmige Nüsschen mit harter Schale

Hinweis

Mehr über das Aussehen der verschiedenen Hanfarten erfährst du exklusiv bei Genetik!

Lichtrhythmus & Blütenbildung

Hanf ist eine Kurztagspflanze. Die Blütendbildung erfolgt tageslichtabhängig.

Hanfpflanze in der Dunkelperiode vor Einleitung der Blüte

Ausschlaggebend ist bei der Blütenbildung nicht primär die Beleuchtungsdauer, sondern die Dauer und Konsistenz der Dunkelphase. Wird diese auch nur kurz unterbrochen, beeinflusst dies die Blütenbildung negativ.

Wofür steht Photoperiodismus?

Photoperiodismus steht für die Abhängigkeit einer Pflanzen von der täglichen Hell-Dunkel-Phase. Für die Blütenbildung (Blüteninduktion) ist jedoch nicht die Tageslänge (Photoperiode) verantwortlich, sondern die Dunkelperiode.

Eine Ausnahme hiervon ist der sogenannte Ruderalhanf (Cannabis ruderalis). Dieser blüht als tagneutrale Pflanzen immer unabhängig von kürzer werdenden Tagen.

Blüteninduktion

Zur Blüteneinleitung wird bei Kunstlichtbeleuchtung die Dunkelphase auf 12 Stunden angepasst (ausgeglichene Hell-Dunkel-Phase).

Unter freiem Himmel geschieht dieser Vorgang automatisch sobald die Tage kürzer werden. Manche für kühles Klima gezüchtete Outdoorsorten beginnen bereits ab 10 Stunden Dunkelheit mit der Blütenbildung.

Hanf in die Blüte schicken

  • Wachstum: 18 Stunden Lichtphase, dann 6 Stunden Dunkelphase pro Tag
  • Blüte: 12 Stunden Lichtphase, dann 12 Stunden Dunkelphase pro Tag

Bereits 1-2 Wochen nach Blüteninduktion, erscheinen erste Knospen an den Astgabeln.

Kommt Hanf während der Dunkelphase mit Licht in Kontakt, kann sich die Blütenbildung drastisch verzögern. Bereits eine leuchtende Taschenlampe kann genügen um Hanf in die Wachstumsphase zurückzuversetzen!

Dies ist auch der Grund, warum der private Hanfanbau am Fensterbrett oder Balkon meist nicht gelingt, denn Störlicht ist dort allgegenwärtig.

Störlicht

  • Problem: Vollmond, Straßenlaternen u. a. unvermeidbare Lichtquellen
  • Gefahr: Verzögerte, kleinere Blüten durch Rückfälle in die Vegetationsphase
  • Gegenmaßnahmen: Darkroom, Growbox oder autoflowering Sorten

Um Probleme mit Störlicht zu umgehen, werden häufig selbstblühende Hanfpflanzen eingesetzt. Dank dominierender Gene des Ruderalhanfs blühen diese unabhängig von Photoperiode und Störlicht.

Samen mit dieser Eigenschaft finden sich im Fachhandel unter der Bezeichnung „Autoflowering Hanfsamen“ oder „Selbstblühende Hanfsamen“.

Hinweis

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Entwicklung & Lebenszyklus

In ihrer Entwicklung durchläuft die Hanfpflanze 2 Hauptphasen, die Vegetationsphase (auch Wachstumsphase genannt) und die Blütephase.

Sämling einer Hanfpflanze in der Entwicklung am Anfang des Lebenszyklus

Beide Phasen lassen sich in verschiedene Unterphasen einteilen. Je nach Phase ändern sich die jeweiligen Anforderungen an Licht und Nährstoffe.

  • Blüte

    Nachdem die Blüte immer mehr Harzkristalle gebildet hat, verfärben sich die anfangs noch weißen Blütenhärchen orange bis braun. Nun ist die Blütephase zu Ende und die Ernte kann beginnen!

  • Blütephase

  • Vorblüte

    Sobald die Tage kürzer werden oder der Lichtrhythmus von „vegetativ“ auf „blühen“ umgestellt wird, beginnen die Hanfpflanzen mit der Blütenbildung. Zuerst entstehen kleine Knospen mit weißen Trichomhärchen, die im Verlauf der Blühphase immer größer werden.

  • Hanfpflanzen

    Sobald sich weitere Blattpaare bilden, werden aus Sämlingen Hanfpflanzen. Typisches Merkmal sind auch die größer werdenden Hanfblätter. Im Verlauf wachsen die Pflanzen sowohl in die Höhe als auch in die Breite.

  • Wachstumsphase

  • Sämlinge

    Sämlinge sind herangereifte Keimlinge mit ersten kleinen Blattpaaren. Die Blätter sind noch sehr klein und bilden maximal bis zu 3 Blattfinger aus.

  •  

Keimung

Anforderungen & Bedürfnisse

Jede Hanfsorte hat spezielle Bedürfnisse. Dies liegt an der jeweiligen Genetik, die ideal an die Umweltbedingungen der Herkunftsregion angepasst ist.

Hanfpflanze Outdoor mit viel Sonnenlicht als Anforderung für gesundes Wachstum

Für ein gesundes Wachstum und eine erfolgreich Blütenbildung benötigt Hanf nur wenige Grundelemente:

  • Boden – Stabilität, Nährstoff- und Wasserspeicherung
  • Nährstoffe – Pflanzen- & Blütenwachstum
  • Wasser – Nährstofftransport
  • Luft – Photosynthese & Zellatmung
  • Licht – Photosynthese & Energiestoffwechsel
  • Dunkelheit – Blütenbildung

Hanfpflanzen wachsen optimal, wenn Umweltbedingung vorliegen, zu denen sich ihre Vorfahren über lange Zeiträume entwickelt, vermehrt und verbreitet haben. Die Anforderungen und Bedürfnisse von Hanfpflanzen sind daher auch sortenabhängig.

Boden

Ein guter Boden gibt Hanf Halt und Stabilität, schützt die Wurzeln vor UV-Licht und speichert Nährstoffe, Wasser und Luft. Gleichzeitig beherbergt er Bodenlebewesen die Humus bilden, Nährstoffe verfügbar machen und die Pflanzengesundheit fördern.

Hanfpflanzen benötigen einen sandigen und humusreichen Boden mit hohem Stickstoffanteil. Solche Böden lassen sich gut mit sogenannten Zeigerpflanzen erkennen.

Auf humusreichen Böden wächst häufig Sauerklee, Waldmeister und Haselwurz, auf stickstoffreichen Böden Löwenzahn und Brennessel.

Wasser

Hanfpflanzen haben einen relativ hohen Wasserbedarf. Wasser transportiert über die Wurzeln wichtige Nährstoffe. Idealerweise liegt der Härtegrad bei ca. 8 DH und der pH-Wert bei 5,8–6,5.

Regenwasser oder Wasser aus einem nahegelegenen Teich, Bach oder Fluss sind diesbezüglich ideal. Chlorhaltiges Leitungswasser, wie z. B. in Südeuropa üblich, ist nur aufbereitet unschädlich.

In wenigen Fällen genügt die natürliche Wasserzufuhr durch Regen. Kann der Boden nicht genügend Wasser speichern, ist Hanf auf externe Wasserquellen angewiesen.

Ideal gedeiht Hanf in Gewässernähe. Wegen der Gefahr einer Wurzelfäule, sind „nasse Füße“ allerdings tabu!

Nährstoffe

Jede Hanfpflanze benötigt zum Wachsen und Blühen bestimmte Nährstoffe. Der Bedarf ist je nach Entwicklungsstand völlig unterschiedlich.

Sämlinge benötigen zunächst keinen Dünger. Erst wenn sich voll ausgebildete Blattpaare bilden, steigt der Nährstoffbedarf nach Stickstoff, Kalium und Magnesium. Sobald die Vorblüte eintritt, benötigt Hanf immer mehr Phosphor.

Die wichtigsten Nährstoffe auf einen Blick

  • Wachstum – Stickstoff, Kalium, Magnesium
  • Blüte – Phosphor
  • Stoffwechsel – Kupfer, Eisen, Molybdän
  • Säurebindung – Calcium

Neben den genannten Hauptnährstoffen ist eine Vielzahl weiterer Nährstoffe an sämtlichen Wachstums- und Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Nährstoffmangel tritt oft bei Übersäuerung des Bodens auf. Allerdings kann auch ein übermäßig basischer Boden zu einer geringeren Nährstoffaufnahme führen.

Grower messen daher zunächst den pH-Wert und reichern den Boden entweder mit Kalk zum Entsäuern oder mit Torf, Kompost oder Kaffeesatz zum Ansäuern an.

Luft

Luft liefert Kohlendioxid. Dieses ist für Pflanzen ähnlich wichtig wie für Sauerstoff für Mensch und Tier. Kohlendioxidreiche Luft regt beim Hanf die lebensnotwendige Photosynthese an und unterstützt somit ein kräftiges Pflanzenwachstum.

Für die Pflanzenstabilität ist dagegen regelmäßiger Wind sehr wichtig. Dieser ermöglicht, dass Stamm und Äste stabiler werden und die Pflanzen kompakter wachsen. Wind sorgt für eine gute Belüftung, die besonders zur Schimmelvorbeugung wichtig ist.

Die ideale Luftfeuchtigkeit beträgt 50–60 %. Zwar verträgt Hanf Werte von bis zu 90%, allerdings steigt mit zunehmender Luftfeuchtigkeit auch die Schimmelgefahr. Selbiges gilt, wenn es zu kühl ist. Die optimale Lufttemperatur liegt bei 20–24 °C.

Licht

Licht ist für jede Hanfpflanze lebensnotwendig. Ohne Licht kann Hanf keine Photosynthese durchführen und damit keine Wachstumsenergie erzeugen.

Prinzipiell gilt: je stärker die Lichtintensität, desto ausgeprägter die Photosynthese und das damit einhergehende Pflanzenwachstum.

Dunkelheit

Als Kurztagspflanze benötigt Hanf zu Blütenbildung nachts absolute Dunkelheit. In der Natur bildet Hanf nur dann große Blüten aus, wenn die Dunkelphase Störlichtfrei bleibt.

Bis zur Ernte sollte eine Hanfpflanze während der Dunkelperiode daher nicht „gestört“ werden. Andernfalls kommt es zur verzögerten oder verminderten Blütenentwicklung.

Schädlinge, Krankheiten & Nährstoffmangel

Hanf ist eine sehr robuste Pflanze, die weitgehend ohne Pflanzenschutzmittel und große Düngergaben auskommt.

Blattläuse auf einer Hanfpflanze als typische Schädlinge von Hanf

Bei guter Genetik und idealer Pflege, Nährstoffzufuhr und Bodenqualität, lassen sich viele Probleme vorbeugen. Sind die Umweltbedingungen jedoch nicht optimal, können Mangelerscheinungen, Schädlings- und Pilzbefall auftreten.

Schädlinge

Obwohl Hanf von Natur aus sehr wíderstandsfähig ist, können Schädlinge massiv Gesundheit und Wachstum einer Hanfpflanze gefährden.

Folgende Schädlingsarten kommen beim Hanf besonders häufig vor:

  • Wildtiere – Kaninchen, Hasen, Rehe und Hirsche lieben Jungpflanzen
  • Schnecken – Auch hier sind die jungen Hanfpflanzen besonders gefährdet
  • Raupen – Gut getarnte Larven von Faltern hinterlassen oft angefressene Blätter
  • Blattläuse – Saugen Pflanzensäfte aus den Stängeln und Blättern
  • Schildläuse – Kleben wie Zecken an der Pflanze und trinken deren Pflanzensaft
  • Minierfliegenlarven – Bohren schlangenförmige Gänge durch die Blätter
  • Spinnmilben – Saugen Blattzellen an und hinterlassen gesprenkelte Blätter
  • Thripse – Hinterlassen silbrig-weiße Flecken und dunkle Kotpunkte am Blatt
  • Trauermückenlarven – Fressen die feinen Kapilarwurzeln der Pflanze

Tendenziell sind Schädlinge in der freien Natur seltener als auf dem Balkon, der Fensterbank, im Gewächshaus oder in einer Growbox.

Grund: Im Freien kommen von Natur aus viele Nützlinge vor, die die Schädlinge in Schach halten.

Besonders anfällig sind Hanfpflanzen in der Keimlings- und Sämlingsphase. Dann droht besonders von Schnecken und Wildtieren große Gefahr. Insekten machen Hanf dagegen noch weit bis in die Blütephase zu schaffen.

Gegen Schädlinge helfen sowohl das Abspülen der Pflanzen und Entfernen von stark befallenen Blattteilen als auch biologische Schädlingsbekämpfungsmittel und der gezielte Einsatz von Nützlingen.

Krankheiten

Neben Schädlingen, wird Hanf nicht selten von Pilzen befallen. Erkrankungen durch Viren und Bakterien sind seltener. Gesunde schädlingsfreie Pflanzen sind Vorraussetzunge um größere Schäden zu vermeiden.

Von folgenden Pilzerkrankungen sind Hanfpflanzen am häufigsten betroffen:

  • Grauschimmel – Befällt bevorzugt Blüten die sich gräulich verfärben
  • Echter Mehltau – Hinterlässt eine puderzuckerartige Beschichtung
  • Falscher Mehltau – Zeigt sich durch Flecken und „Staub“ an der Blattunterseite
  • Wurzelfläule – Nach Befall der Wurzeln kommt es zu fauligen Stängeln

Zu den wichtigsten Ursachen von Pilzkrankheiten zählen eine hohe Luftfeuchtigkeit, Staunässe, nachlassende Sonneneinstrahlung, Regen und sinkende Temperaturen im Herbst.

Schimmelresistente Sorten, gute Belüftung, luftige Böden und eine reichhaltige Bodenflora reduzieren deutlich das Erkrankungsrisiko.

Von Schimmelpilzen befallene Pflanzenteile sind hochgradig toxisch und sollten auf keinen Fall konsumiert werden. Schimmlige Blätter und Blüten sollten vollständig entfernt und entsorgt werden.

Nährstoffmangel

Nährstoffmangel tritt besonders dann auf, wenn der Boden übersäuert oder von Natur aus nährstoffarm ist.

Die häufigsten Mangelerscheinungen sind:

  • Stickstoffmangel – Blasse, abfallende Blätter
  • Phosphormangel – Einrollende Blätter mit rotbraunen Verfärbungen
  • Kaliummangel – Gelbliche Blätter mit trockenen, bräunlichen Rändern
  • Magnesiummangel – Ähnliche Symptome wie bei Kaliummangel
  • Schwefelmangel – Sehr selten, dann im Innenbereich blassgelbe Blätter
  • Manganmangel – Gelbe, fleckige Blätter
  • Eisenmangel – Obere und innere Blätter werden blass und gelb

Häufigste Ursache von Nährstoffmangel ist ein übersäuerter Boden. Durch Einarbeitung von Kalk lässt sich dieser wieder neutralisieren. Bei stark kalkhaltigen Böden kann es allerdings zu Eisenmangel kommen.

Nährstoffüberschuss kann die Leitgefäße der Pflanze verstopfen und somit zum „Verdursten“ führen. Überdüngung ist daher weitaus gefährlicher als ein zeitweiser Nährstoffmangel.

Hinweis

Mehr zum Thema Nährstoffmangel findest du im Sensi-Seeds-Blogartikel „Anleitung: Was fehlt meiner Cannabispflanze“!

Inhalts- & Wirkstoffe

Die Pflanzenteile mit der höchsten Wirkstoffkonzentration sind die Blüten der weiblichen Hanfpflanze. Dazu zählen neben verschiedenen Cannabinoiden auch die sogenannten Terpene.

Wirkstoffreiche Cannabisblüte auf einem Schraubverschluss

Die getrockneten, wirkstoffreichen Blüten und blütennahen Blätter werden als Marihuana bezeichnet. Das aus den Blütenständen abgesonderte Harz, weist die höchste Wirkstoffkonzentration auf. In gepresster Form wird dieses Haschisch genannt.

Aktuell sind rund 600 Wirkstoffe im potenten Hanf nachgewiesen, allen voran rund 120 Cannabinoide.

Die Hauptwirkstoffe des Cannabis sind:

  • Cannabinoide – THC, CBD, CBN, CBG, THCv, CBC, THCa, CBDa
  • Terpene – Limonene, Humulene, Pinene, Caryophyllene, Linalool
  • Flavonoide – Cannaflavine, Quercetin, Luteolin und Kaempferol
  • Sonstige – Aminosäuren, Proteine, Zucker, Alkohole, Fettsäuren

Die Inhalts- und Wirkstoffe kommen je nach Art und Sorte in unterschiedlich starker Konzentration vor. Als wichtigste Inhaltsstoffe bei Cannabis wird jedoch das psychoaktive THC und das nicht psychotrope CBD gesehen.

Obwohl vor allem THC für die psychoaktive Wirkung von potentem Hanf verantwortlich ist, entscheidet letztlich die sortenspezifische Kombination aller Wirk- und Aromastoffe über die jeweiligen Wirkeffekte.

Hinweis

Mehr über CBD als Nahrungsergänzungsmittel erfährst du bei Sensi Seeds. Infos zu allen gängigen CBD-reiche Hanfsorten findest du bei Seedsman!