Bedürfnisse von Hanf

Gesunde Hanfpflanze outdoor

Jede Hanfsorte hat spezielle Bedürfnisse. Dies liegt an der jeweiligen Genetik, die ideal an die Umweltbedingungen der Herkunftsregion angepasst ist.

Für ein gesundes Wachstum und eine erfolgreich Blütenbildung benötigt Hanf nur wenige Grundelemente: Boden, Nährstoffe, Wasser, Luft, Licht und Dunkelheit. Je nach Ausprägung der vorliegenden Elemente, kann sich Hanf in Abhängigkeit seines genetischen Bauplans entwickeln.

Am besten wächst Hanf immer dann, wenn Umweltbedingung vorliegen, zu denen sich die jeweiligen Vorfahren über viele Generationen hinweg entwickelt, vermehrt und verbreitet haben. Die Anforderungen und Bedürfnisse von Hanfpflanzen sind daher immer auch sortenabhängig.

Boden

Ein guter Boden gibt Hanf Halt und Stabilität, schützt die Wurzeln vor UV-Licht und speichert Nährstoffe, Wasser und Luft. Gleichzeitig beherbergt er Bodenlebewesen die Humus bilden, Nährstoffe verfügbar machen und die Pflanzengesundheit fördern.

Hanfpflanzen benötigen einen sandigen und humusreichen Boden mit hohem Stickstoffanteil. Solche Böden lassen sich gut mit sogenannten Zeigerpflanzen erkennen.

Auf humusreichen Böden wächst häufig Sauerklee, Waldmeister und Haselwurz, auf stickstoffreichen Böden Löwenzahn und Brennessel.

Wasser

Hanfpflanzen haben einen relativ hohen Wasserbedarf. Wasser transportiert über die Wurzeln wichtige Nährstoffe. Idealerweise liegt der Härtegrad bei ca. 8 DH und der pH-Wert bei 5,8–6,5.

Regenwasser oder Wasser aus einem nahegelegenen Teich, Bach oder Fluss sind diesbezüglich ideal. Chlorhaltiges Leitungswasser, wie z. B. in Südeuropa üblich, ist nur aufbereitet unschädlich.

In wenigen Fällen genügt die natürliche Wasserzufuhr durch Regen. Kann der Boden nicht genügend Wasser speichern, ist Hanf auf externe Wasserquellen angewiesen.

Ideal gedeiht Hanf in Gewässernähe. Wegen der Gefahr einer Wurzelfäule, sind „nasse Füße“ allerdings tabu!

Nährstoffe

Jede Hanfpflanze benötigt zum Wachsen und Blühen bestimmte Nährstoffe. Der Bedarf ist je nach Entwicklungsstand völlig unterschiedlich.

Sämlinge benötigen zunächst keinen Dünger. Erst wenn sich voll ausgebildete Blattpaare bilden, steigt der Nährstoffbedarf nach Stickstoff, Kalium und Magnesium. Sobald die Vorblüte eintritt, benötigt Hanf immer mehr Phosphor.

Die wichtigsten Nährstoffe auf einen Blick

  • Wachstum – Stickstoff, Kalium, Magnesium
  • Blüte – Phosphor
  • Stoffwechsel – Kupfer, Eisen, Molybdän
  • Säurebindung – Calcium

Neben den genannten Hauptnährstoffen ist eine Vielzahl weiterer Nährstoffe an sämtlichen Wachstums- und Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Nährstoffmangel tritt oft bei Übersäuerung des Bodens auf. Allerdings kann auch ein übermäßig basischer Boden zu einer geringeren Nährstoffaufnahme führen.

Grower messen daher zunächst den pH-Wert und reichern den Boden entweder mit Kalk zum Entsäuern oder mit Torf, Kompost oder Kaffeesatz zum Ansäuern an.

Luft

Luft liefert Kohlendioxid. Dieses ist für Pflanzen ähnlich wichtig wie für Sauerstoff für Mensch und Tier. Kohlendioxidreiche Luft regt beim Hanf die lebensnotwendige Photosynthese an und unterstützt somit ein kräftiges Pflanzenwachstum.

Für die Pflanzenstabilität ist dagegen regelmäßiger Wind sehr wichtig. Dieser ermöglicht, dass Stamm und Äste stabiler werden und die Pflanzen kompakter wachsen. Wind sorgt für eine gute Belüftung, die besonders zur Schimmelvorbeugung wichtig ist.

Die ideale Luftfeuchtigkeit beträgt 50–60 %. Zwar verträgt Hanf Werte von bis zu 90%, allerdings steigt mit zunehmender Luftfeuchtigkeit auch die Schimmelgefahr. Selbiges gilt, wenn es zu kühl ist. Die optimale Lufttemperatur liegt bei 20–24 °C.

Licht

Licht ist für jede Hanfpflanze lebensnotwendig. Ohne Licht kann Hanf keine Photosynthese durchführen und damit keine Wachstumsenergie erzeugen.

Prinzipiell gilt: je stärker die Lichtintensität, desto ausgeprägter die Photosynthese und das damit einhergehende Pflanzenwachstum.

Dunkelheit

Als Kurztagspflanze benötigt Hanf zu Blütenbildung nachts absolute Dunkelheit. In der Natur bildet Hanf nur dann große Blüten aus, wenn die Dunkelphase Störlichtfrei bleibt.

Bis zur Ernte sollte eine Hanfpflanze während der Dunkelperiode daher nicht „gestört“ werden. Andernfalls kommt es zur verzögerten oder verminderten Blütenentwicklung.