Hanf richtig weiterverarbeiten

Rosinöl auf einem Löffel nach der Extraktion von Trimmresten

Hanfblüten lassen sich prima zu Extrakten und Kosmetika weiterverarbeiten. Neben den ganzen Blüten eignen sich auch Trimmreste und andere Pflanzenteile zur Weiterverarbeitung.

Trimmreste und sonstige Pflanzenteile gehören auf keinen Fall in den Abfall. Vielmehr kannst du aus diesen eine ganze Reihe hauseigener Cannabisprodukte herstellen, ebenso wie aus den Blüten selbst. Von Haschisch über Hanfkosmetik bis hin zu Edibles ist alles möglich!

Weiterverarbeitungsmögichkeiten von Hanf

Während Nutzhanf meist primär zu Fasern, Proteinen oder Hanföl weiterverarbeitet wird, bietet auch Rauschhanf ein hochinteressantes Weiterverarbeitungspotential.

Beim Trocknen und Trimmen fallen bestimmte Schnittreste an. Das sind zum einen die großen Blätter, die Äste und der Stamm der Hanfpflanze. Aus diesen kannst du Cannabutter oder cannabishaltiges Kokosöl herstellen.

Noch wertvoller sind die direkten Trimmreste der Blüten. Diese bestehen überwiegend aus blütennahen Blättern. Die darauf befindlichen, hochpotenten Harzkristalle ermöglichen eine direkte Weiterverarbeitung zu Extrakten und Tinkturen.

Welche Produkte aus weiterverarbeiteten Hanf gibt es?

Mal davon abgesehen, dass aus Faserhanf eine Fülle unterschiedlichster Produkte hergestellt werden, bietet auch der potente Hanf eine großes Produktspektrum für Freizeit- und Erholungszwecke.

Folgende Cannabisprodukte sind neben den reinen Blüten besonders begehrt:

  • Cannabisbutter und -kokosöl – Zum Kochen, Backen oder zur Hautpflege
  • Haschisch – Pressprodukt aus gesiebten Harzkristallen zum inhalieren
  • Cannabisöl bzw. Haschöl – Öl aus extrahierten Trimmresten zum dabben
  • Cannabistinktur – Ethanol- oder Olivenölauszug zur tropfenweisen Einnahmen

Herstellung von Cannabutter und Cannabis-Kokosöl

Als legaler Grower kannst du überschüssiges Material wie Stamm, Äste, Stiele und Blätter in Butter oder Kokosöl weiterverwenden. Die gelösten Cannabinoide und Terpene kannst du in der Küche, bei Kokosöl auch zur Haut- und Haarpflege einsetzen.

Wie es geht:

  1. Zerkleinere Blätter, Stiele und Äste und befülle damit zu 1/3 einen großen Topf.
  2. Fülle den Topf mit 250–1000 g Butter oder Kokosöl und zu 2/3 mit Wasser.
  3. Bringe das ganze Gemisch zum kochen und rühre mehrmals kräftig um.
  4. Lass den Topf auf niedrigster Flamme für ca. 4–8 Stunden vor sich hin köcheln.
  5. Schütte du die Flüssigkeit durch einen Sieb in einen anderen Topf.
  6. Stelle die gewonnene Flüssigkeit über Nacht in den Kühlschrank.
  7. Löse die gehärtete Butter bzw. das gehärtete Kokosöl von der Oberfläche.
  8. Entferne mögliche Wasser- und Pflanzenpartikel mit einem Papiertuch.
  9. Lagere die Butter oder das Kokosöl in einem Glasbehälter im Kühlschrank.

Ist dir die Methode zu kompliziert, dann kannst du ganz auf den Wassereinsatz verzichten.

Erhitze dazu deine Pflanzenreste bei 115 °C für 40 min im Ofen. Anschließend zerkleinerst du diese so gut wie möglich, so dass möglichst viele Wirkstoffe extrahiert werden können.

Befülle mit den zerkleinerten Pflanzenresten und der Butter bzw. dem Kokosöl ein großes Einmachglas. Stelle dieses für weitere 40 min bei ca. ca. 100 °C in ein Wasserbad. Und schon ist deine Cannabutter oder dein Cannabiskokosöl fertig.

Das gesiebte Endprodukt lagerst du am besten im Kühlschrank. Verwenden kannst du die Cannabutter oder das Cannabiskokosöl dann ganz nach Bedarf zum Kochen von Cannabisspeisen oder Mixen deiner ganz eigenen Naturkosmetik!

Herstellung von Haschisch

Zur Herstellung von Haschisch bieten sich besonders für Trimmreste und versamte Blüten an, da sich diese für den Connoisseur-Genuss kaum mehr eignen.

Doch was ist überhaupt Haschisch?

Haschisch, auch einfach Hasch genannt, ist das gepresste Harz der weiblichen Blütenstände und blütennahen Blätter. Umgangssprachlich wird häufig einfach von Hasch, Piece oder Shit gesprochen.

Zu den bekanntesten Haschsorten gehören:

  • Skuff und Kief – Gesiebtes Pulver aus getrockneten Blüten
  • Pollen – Leicht gepresster Skuff bzw. Kief
  • Water- und Bubblehash – Mit Hilfe von Eis gelöste und gepresste Harzkristalle
  • Charas – Handgeriebenes Premiumhasch aus Nepal und Nordindien
  • Schwarzer Afghane – Geknetetes klebrig-schwarzes Harz aus Afghanistan
  • Roter Libanese – Aus dem Libanon stammende Rarität mit rötlichen Farbstich
  • Grüner Türke – Mehr aus Marokko als aus der Türkei kommendes, leichtes Hasch
  • Chocolate – Leicht knetbares, sehr hochwertiges Hasch aus Marokko

Früher war Hasch weiter verbreitet als Gras, heute ist es genau umgekehrt. Haschisch gehört inzwischen sogar zu den Cannabis-Exquisitäten, da die reinen Originale meist nur noch in den traditionellen Herkunftsgebieten konsumiert werden.

Einige Hasch-Connaisseure bauen daher ihre eigenen Haschpflanzen an und verarbeiten die Ernte dann zu Haschisch weiter. Recht viele Sorten von Haschsamen werden bei Seedsman (Werbung) gezeigt. Bestellt werden dürfen diese jedoch nur, wenn kein illegaler Anbau damit geplant ist!

Wie wird Haschisch gewonnen?

Haschisch wird durch das gesiebte und gepresste Harz der weiblichen Blüten und Blütenblätter gewonnen.

Mittels mechanischer Extraktionsverfahren werden die Harzkristalle von den Blütenständen oder Trimmresten gelöst und anschließend zu Haschisch gepresst.

Hasch selber herstellen – was wird benötigt?

Zu Haschherstellung befinden sich einige sehr interessante Hilfsmittel auf dem Markt. Je nachdem welche Methode du bevorzugst, hast du verschiedene Möglichkeiten:

Bei der Wasser-Eis-Extraktion mit dem Ice-O-Lator (Werbung) gewinnst du Hasch durch Einsatz von Eis und Wasser. Mische dazu dein Gras mit eiskalten Wasser oder Eiswürfeln.

Die Harzkristalle lösen sich von den Blüten und passieren ein Sieb. Dieses trennt das Harz von den Blüten. Ein feineres Sieb fängt das Harz auf. Überschüssiges Wasser fließt ab. Die Masse wird getrocknet und gepresst. Fertig ist dein Waterhash!

Bei der Pollenextraktion mit dem Pollinator (Werbung) gewinnst du in erster Linie Skuff.

Verwende hierzu tiefgekühltes Gras, da sich so die Harzkristalle schneller lösen. Leg dieses in die Pollenmaschine. Durch schleudern in einer Trommel fallen die Harzkristalle durch ein Sieb. Gesammelt kannst du diese direkt zu Haschisch pressen.

Weitere interessante Infos über Haschisch erfährst du im Sensi-Seeds-Blog-Post „Haschisch vs. Gras“ (Werbung) und bei Wikipedia.

Tipp (Werbung)

Eine hervorragende Genetik zur Haschischproduktion liefert dir die Hash Plant von Sensi Seeds – eine sanfte und beruhigende Sorte der Spitzenklasse! Darfst du nicht legal anbauen, hast du die Möglichkeit legales THC-armes CBD-Hasch bei CBD SHOP 24, Mr. Hanf, CBDblueten.de oder CBDNOL zu erwerben.

Herstellung von Extrakten und Cannabisöl

Cannabisöl ist je nach Extraktionsmethode unterschiedlich schwer herzustellen. Zunächst kommte es darauf an welches Öl du herstellen willst.

In den USA sind sind besonders Honey-Oil bzw. Shatter und Wax bzw. Budder sehr beliebt. Herstellen lassen sich diese jedoch nur mit professionellen Extraktoren.

Stellen Hanffreunde ihr eigenes Cannabisöl her sind, einfachere und kostengünstiger Methoden gefragt. Dies kann jedoch gefährlich und gesundheitsschädlich werden, wie du gleich sehen wirst.

Butan-Haschöl

Das bekannteste Haschöl aus potentem Hanf und gleichzeitig auch das umstrittenste ist Butan-Haschöl (BHO). Mittels Buthangas wird Blütenmaterial in einer Plastikröhre mit Gas durchgespült. Der entstehende Druck sorgt für einen starken Temperaturabfall.

Durch die eisigen Temperaturen lösen sich die Kristalle von den Blüten oder Trimmresten und verflüssigen sich. In mehreren warmen Wasserbädern wird die zähflüssige Masse schrittweise von den verbleibenden Gasresten getrennt.

Achtung

Wegen Explosionsgefahr und Gesundheitsgefährdung durch Gas oder Gasreste im Haschöl, ist von der eigenen Herstellung dringend abzuraten!

Willst du dich dennoch über das Thema informieren? Dann hilft dir vielleicht der Sensi-Seeds-Blog-Beitrag „BHO und die Minimierung von Risiken“ (Werbung) weiter.

Tipp

Falls du zu den wenigen erfahrenen Butan-Haschöl-Profis gehörst, dann solltest du dir mal den Queen Bee Extractor (Werbung) anschauen. Beachte immer die angegebenen Sicherheitshinweise!

Rick-Simpson-Öl

Rick-Simpson-Öl (RSO), benannt nach dem Aktivisten Rick Simpson, wird mittels Lösungsmittel und Hitze hergestellt. Als Lösungsmittel wird neben Alkohol auch Isopropanol und sogar Wasch- und Wundbenzin verwendet.

Dies mach das Produkt nicht weniger bedenklich als BHO. Entscheidend ist daher, dass das RSO immer draußen an der frischen Luft hergestellt wird.

Zurück bleibt eine gesiebte Flüssigkeit aus Lösungsmittel, Cannabinoiden und Terpenen. Durch korrektes auskochen entsteht das hochpotente Endprodukt.

Wegen der Risiken und Gesundheitsgefährdung durch Lösungsmittelreste und flüchtige Gase bei der Verdampfung, ist auch von selbst hergestelltem Rick-Simpson-Öl dringend abzuraten!

Tipp (Werbung)

Geht es dir nur darum, deine Nerven zu beruhigen ohne high oder stoned zu werden, dann besorge dir lieber ein sauberes CBD-Öl aus CO2-Extraktion. Ein gutes Produkt ist z. B. das Sensi-Seeds-CBD-Öl (Werbung) oder das CBDNOL-CBD-Öl (Werbung)!

Rosin-Extrakt

Die Rosin-Extraktion ist eine der saubersten Methoden überhaupt um potentes Cannabisöl herzustellen. Allerdings kommt es durch Erhitzung im Herstellprozess zu Wirkstoffverlust, zudem ist die Ergiebigkeit beim Extrahieren relativ gering.

Lege dazu ganz einfach etwas Blütenmaterial in neutrales Backpapier und presse die Blüten von außen mit einem heißen Glätteisen zusammen. Die Idealtemperatur sollte dabei zwischen 100 und 150° C liegen. Die Presszeit beträgt ca. 10 Sekunden.

Die Blüten schwitzen ihr Harz auf dem Papier aus. Streiche dieses in ein geeignetes Gefäß. In den verbleibenden Blüten befinden meist noch genügend Restwirkstoffe um als „Cannabis light“ wie gewohnt weiterverwendet zu werden.

Weitere Infos zu dieser megapraktischen Extraktionsmethode findest du im Sensi-Seeds-Blog-Post „Die Rosin-Methode“ (Werbung).

Tipp

Ein gutes Tool zur Herstellung von Rosin-Öl ist das Rosin Flat Iron von Black Leaf (Werbung). Zur Aufbewahrung von Rosin-Extrakt eignet sich ein Silikongefäß wie z. B. das Puffco Prism bei Azarius. Für den Konsum ist wiederum der Vaporizer Puffco Plus bei Azarius (Werbung) heiß begehrt!

Willst du noch mehr über Cannabisöl erfahren? Dann bietet dir der Sensi-Seeds-Blog-Artikel „Voll konzentriert – Cannabis-Extrakte auf Erfolgskurs“ (Werbung) wertvolles Expertenwissen!

Herstellung von Cannabistinkturen

Während die meisten Grower wegen des Aufwands auf die Herstellung von Cannabisöl verzichten, wird die Herstellung und Verwendung von Tinkturen immer beliebter.

Grund: Trimmreste können mit wenigen Handgriffen zu hochkonzentrierten Tinkturen weiterverarbeitet werden. Als Extraktionsmedium kommen Alkohol oder Olivenöl in Frage. Aber auch Essig und Glycerin, ebenso andere Öle wie z. B. Rapsöl eigenen sich als Wirkstoffträger.

Cannabistinkturen – Alkohol oder Olivenöl?

Alkohol ist sehr ergiebig was das Extrahieren der Cannabiswirkstoffe betrifft. In heißen Speisen & Getränken verflüchtigt sich dieser sehr schnell, Cannabinoide und Terpene bleiben erhalten.

Olivenöl eignet sich gut für die tropfenweise Anwendung unter der Zunge. Alkohol würde hier Mund und Rachen reizen. Aufgeträufelt ist Olivenöl sowohl für kalte als auch warme Speisen & Getränke und sogar zur Hautpflege bestens geeignet.

So geht’s: Nimm 5 g Blüten oder Trimmmaterial pro 50 ml Alkohol oder Olivenöl und genügend Pipettenflaschen (z. B. á 10 ml). Rechne mit einen gewissen Verlust an Flüssigkeit, da immer ein Teil des Alkohols oder Öls im Ausgangsmaterial zurückbleibt.

Befolge folgende Schritte um die Wirkstoffe deiner Trimmreste in einer Tinktur zu konzentrieren:

  1. Heize deinen Ofen auf 115 °C vor.
  2. Befülle ein hitzebeständiges Glasbehältnis mit getrockneten Trimmresten.
  3. Stelle das befüllte Gefäß in den Ofen und erhitze das Ganze für 40 min.
  4. Hol das Gefäß aus dem Ofen.
  5. Zerkleinere die gerösteten Pflanzenteile.
  6. Fülle diese in ein Einmachglas.
  7. Stelle das Glas in ein Wasserbad und lasse das Material weitere 40 min ziehen.
  8. Gieße den gewonnen Sud durch ein Sieb in ein Umfüllgefäß.
  9. Verteile die abgekühlte Flüssigkeit mit einem Trichter in die Pipettenflaschen.

Übrigens: mit dem Erhitzen von Hanf, verwandelst du die inaktiven in aktive Wirkstoffe, so z. B. THC-Säure in reines THC. Dieser Vorgang wird als Decarboxylierung bezeichnet.

Tipp (Werbung)

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