Genetik der Hanfpflanze

Was sind die gentischen Geheimnisse des Hanfs? Was sind eigentlich Landrassen? Und was sind die Unterschiede zwischen Sativa und Indica? Hier erfährst du alles Wichtige über die Hanfgenetik!

Hanfpflanze der Art "Cannabis indica" bzw. Indischer Hanf, erkennbar an den breiten Blattfingern

Genetische Eigenschaften

Die Genetik einer Hanfpflanze ist nichts anderes als ein von der Natur vorgegebenes Programm an Möglichkeiten sich zu entfalten.

Blühende Hanfpflanze mit roten, Indica-artigen Hanfblättern, vielleicht von der Sorte "Roter Libanese"

Das genetische Programm einer Hanfpflanze basiert auf jahrhundertelanger Anpassung an vorherrschende und wechselnde Umweltbedingungen. Zweck: Gewährleistung der Arterhaltung durch Anpassung.

Die genetische Varianz zeigt sich besonders gut bei Hanfpflanzen mit gleicher Genetik an unterschiedlichen Standorten. Wird z. B. eine Purple Bud unter Kunstlicht angebaut, treten häufig rote Blätter auf, im Garten dagegen bleiben die Blätter meist grün.

Generell hat also jede Art, Sorte und Pflanze ihre eigene Bandbreite an Optionen, die unterschiedlich stark ausgeschöpft werden können. Diese Ausprägungen entsprechen immer den jeweiligen Genotyp und Phänotyp, doch dazu später mehr.

Genetische Merkmalsvariabilität

  • Wachstum – Form, Höhe, Breite, Verzweigungen; z. B. kompakt
  • Blütenbildung – Nach Licht-Dunkelperiode oder selbstblühend; z. B. früh
  • Blühdauer – Länge der Blühphase; z. B. kurz
  • Ertrag – Gewicht der Blütenmasse; z. B. überdurchschnittlich hoher Ertrag
  • Wirkstoffgehalt – Konzentration der Cannabinoide; z. B. hoher THC-Gehalt
  • Wirkung – Je nach Kombination der Inhaltsstoffe; z. B. erhebend
  • Geschmack – Je nach Zusammensetzung der Terpene; z. B. zitronig

Die Entstehung der modernen Hanfgenetiken

Die Genetik einer Hanfpflanze stammt immer von ihren Vorfahren. Dennoch passt sich Hanf auch an neue Umweltbedingungen an. Nötigen Anpassungen an Veränderungen werden dann an die Nachkommen weitervererbt.

Im Laufe der Geschichte breitete sich Hanf über sämtliche Klimazonen hinweg aus. Anpassung an neue Lebensräume war dafür unerlässlich. Mit Ausdehnung des Verbreitungsgebietes von Hanf nahm so auch die genetische Vielfalt zu.

Über die Jahrhunderte entstand so eine riesige Bandbreite unterschiedlicher Hanfsorten, verteilt über (fast) alle Kontinente. Die so entstandenen Landrassen lassen sich grob in 3 Hauptarten einteilen: Sativa, Indica und Ruderalis.

Trotz merklicher Unterschiede sind alle Hanfarten unereinander vermehrungsfähig. Die gekreuzten Nachkommen werden als Hybriden bezeichnet.

Folglich entstanden Sorten mit völlig unterschiedlicher Eignung hinsichtlich Anbaumethode, Standort oder der gewünschten Verwendung und Wirkung.

Sortenspezifische Eigenschaften

Faktoren wie Wachstumshöhe, Erntemenge, Geschmack und Wirkung einer Hanfsorte sind immer von der jeweiligen Genetik abhängig und variieren innerhalb des vorgegebenen genetischen Programms – je nach vorherrschenden Umweltbedingungen am Standort.

Herkunft & Verbreitung

Die Herkunft der Hanfpflanze ist nicht vollständig geklärt, jedoch gilt es als sehr wahrscheinlich, das Hanf aus Zentralasien stammt.

Weltkarte über die Herkunft & Verbreitung der Hanfpflanze

Vermutlich verbreitete sich Hanf in seiner Wildform von Zentralasien ausgehend über die rauen Steppen- und Gebirgslandschaften hinweg zunächst bis ins Himalayagebirge und nach Sibirien.

Als Nutz-, Heil- und Kulturpflanze vom Menschen entdeckt, breitete sich Hanf dann über den Hindukush und China in weitere Gebiete Asiens aus.

Das zentralasiatische Reitervolk der Skythen brachte den Hanf schließlich nach Europa und Ägypten. Über Handelsströme gelangte Hanf dann über die Arabische Halbinsel bis ins südliche Afrika.

Nach der Entdeckung Amerikas und Aufkommen des Sklavenhandels erreichte Hanf schließlich erstmals die Neue Welt. Nicht sicher auszuschließen ist jedoch, dass Hanf bereits über das Seefahrervolk der Wikinger den Weg nach Amerika fand.

Cannabis-Landrassen

Landrassen sind regionale oder urheimische Hanfsorten, die sich durch kleinbäuerliche Zucht oder Wildwuchs über Jahrhunderte in ihrer Herkunftsregion stabilisiert haben.

Hanffeld mit Cannabis-Landrassen im Hindukusch oder Atlasgebirge von Marokko als typische Genreserve

Durch Anpassung an regionale Umweltbedingungen zeigen Landrassen hochspezifische Eigenschaften auf.

Aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale und ihrer Reinerbigkeit, sind Landrassen für die moderne Zucht äußerst wertvoll.

Leider sind durch die Einkreuzung moderner Hybridsorten, Zerstörung natürlicher Lebensräume und staatliche Vernichtungsprogramme viele Landrassen ausgestorben.

Jeder der Interesse hat alte Landrassen vor dem Aussterben zu bewahren, kann Landrassen-Hanfsamen kaufen und diese gekühlt mehrere Jahre lang aufbewahren.

Legendäre Landrassen

Sativa, Indica und Ruderalis

Die Unterscheidung zwischen Sativa und Indica ist für Grower von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Auch was Ruderalis ist, sollte jeder Hanfgärtner wissen.

Für den medizinischen oder privaten Anbau sind 3 psychoaktive Hanfarten relevant:

  • Cannabis sativa – Groß, lange Wachstums- und Blüteperiode; stimulierend
  • Cannabis indica – Kompakt, kürzere Wachstums- und Blüteperiode; entspannend
  • Cannabis ruderalis – Klein, sehr kurzer Lebenszyklus; kaum psychoaktiv

Während Cannabis sativa vor allem in tropischen Gebieten vorkommt, wird Cannabis indica in kargen Bergregionen von Marokko bis Indien angebaut.

Das für den Genusskonsum weniger bedeutsame Cannabis ruderalis wächst dagegen in den rauen Steppenregionen Eurasiens.

Doch worin besteht der genaue Unterschied zwischen Sativa, Indica und Ruderalis? Du wirst es gleich erfahren!

Wachstumseigenschaften von Sativa, Indica und Ruderalis

Sativapflanzen wachsen und reifen unter freiem Himmel bis zu 10 Monate lang. Noch in der Blütephase setzen Sativas ihr Wachstum fort und können so bis zu 4,50 m Wuchshöhe erreichen. Die Oldtimer’s Haze von Ace Seeds blüht z. B. 16–24 Wochen lang!

Die buschigen und kompakten Indicapflanzen werden selten größer als 1,50 m. Die Wachstums- und Blütenperiode dauert im Freien insgesamt ca. 3–4 Monate, je nach Sorte und Standort. Eine der bekanntesten Indicas ist die Hindu Kush von Sensi Seeds.

Die schlanken Ruderalispflanzen erreichen oft nur bescheidene 30–50 cm Wuchshöhe. Die Entwicklungszeit beträgt ca. 2 Monate. Ein passendes Beispiel ist Lowryder #2 von Joint Doctor, die von einer mexikanischen Ruderalissorte abstammen soll.

Hanfblätter von Sativa, Indica und Ruderalis

Die Hanfblätter einer Sativa sind sehr dünn und lang . Es zeigen sich viele, manchmal bis zu 13 Blattfinger. Die dunkelgrünen Blätter einer Indica mit bis zu 9 Blattfinger sind dagegen breit und kurz. Ruderalisblätter sind schmal und haben maximal 3 Blattfinger.

Photoperiodismus bei Sativa, Indica und Ruderalis

Während Sativas und Indicas zum Blühen abnehmendes Tageslicht oder eine Dunkelperiode von mindestens 12 Stunden benötigen, hat Ruderalis die Eigenschaft unabhängig vom Hell-Dunkel-Zyklus in die Blüte zu gehen.

Diese selbstblühende Eigenschaft wird von Züchtern dazu verwendet selbstblühende Sativa- oder Indicasorten zu züchten. Weitere Infos hierzu findest du im Sensi Seeds Blogartikel „5 Fakten über Autoflowering Samen, die Sie kennen sollten“.

Hanfblüten von Sativa, Indica und Ruderalis

Die weiblichen Sativablüten sind sehr luftig und leicht. Schimmelbildung in den tropisch-feuchten Herkunftsregionen wird so natürlich vorgebeugt. Mit 10–16 Wochen Blühdauer brauchen Sativas jedoch relativ lange bis zur Ernte

Indicas entwickeln eine meist sehr kompakte und schwere Blüte, die nur 7–10 Wochen Blühzeit benötigt. Viele Indicas können daher auch in Gegenden mit kurzen Sommern draußen angebaut werden.

Die Blüten einer Ruderalis sind klein wie die Pflanze selbst. Auch die Blühphase ist mit 6–7 Wochen sehr kurz. In ihrem Ursprungsgebiet sind Ruderalispflanzen extremen Klimaschwankungen ausgesetzt. Ruderalisblüten sind daher wenig schimmelanfällig.

Inhaltsstoffe von Sativa, Indica und Ruderalis

Sativapflanzen entwickeln viel THC und äußerst wenig CBD. Indicapflanzen produzieren ähnlich viel THC wie Sativas und meist etwas mehr CBD. Ruderalispflanzen erzeugen geringere THC-Mengen aber meist relativ viel CBD.

Leider wurde in der modernen Zucht lange Zeit CBD vernachlässigt, da dieses teilweise die psychoaktive Wirkung von THC abmildert. Allerdings sind CBD-haltige, potente Hanfsorten in der Regel verträglicher und milder als THC-reiche Hanfsorten ohne CBD.

Auch hinsichtlich des Terpenprofils (also der Kombination verschiedener ätherischer Öle) unterscheiden sich die 3 psychoaktiven Hanfarten. Terpene äußern sich besonders im Geruch und Geschmack, beeinflussen aber die Wirkeffekte.

Während Ruderalis weniger auffällig und Sativas noch relativ moderat riechen, haben Indicas meist einen besonders starken Geruch.

Wirkunterschiede zwischen von Sativa, Indica und Ruderalis

Sativas sind bekannt für ihr Kopf-High. Dieses geht meist mit einer aufheiternden, stimulierenden und aktivierenden (bis hin zu einer psychedelischen) Wirkung einher. Sativas werden daher gerne am Tag konsumiert.

Indicas machen dagegen Stoned, was auch als „Körper-High“ bezeichnet wird. Dies macht sich mit entspannenden und beruhigenden (bis hin zu einschläfernden) Effekten bemerkbar. Indica-Sorten werden daher eher abends konsumiert.

Ruderalis ist arm an psychoaktiven Wirkstoffen und entfaltet außer der ausgleichenden und angstlösenden Wirkung des CBDs nur eine geringe Rauschwirkung.

Dennoch  hat Ruderalis seinen Nutzen: Als kleine, schnellreifende und selbstblühende Pflanze, wird Ruderalis in Sativa-, Indica- oder Hybrid-Sorten eingekreuzt. Resultat: potente Hanfpflanzen mit verkürzter Blütezeit und automatischer Blütenbildung!

Beliebte Sativa-, Indica- und Ruderalissorten

Cannabis-Hybriden

Um die Vorteile verschiedener Arten zu kombinieren und Nachteile auszugleichen, entstehen ständig neue Kreuzungen, die sogenannten Cannabis-Hybriden.

Cannabis-Hybrid mit weißer Blüte, möglicherweise White Widow, als Kreuzung von Indica- & Sativa-Genen

Ein Hanfhybride ist eine Kreuzung zwischen 2 Elternsorten. Alle direkten Nachkommen dieses Elternpaars werden als F1-Hybriden bezeichnet.

Werden F1-Hybriden untereinander weitervermehrt, verlieren diese ihre Stabilität. Das Ergebnis wären Nachkommen mit unterschiedlichen Merkmalsausprägungen.

Um die Nachkommen der F1-Hybriden zu stabilisieren muss Inzucht und Selektion betrieben werden.

Die nachfolgenden Hybriden werden selektiv weitergezüchtet bis keine wesentlichen Unterschiede mehr sichtbar sind. Vollständig stabil sind Hybriden meist ab der 7. Generation – die sogenannten F7-Hybriden.

Seedbanks die verhindern wollen, dass jahrelange Zuchtarbeit kopiert wird, vermarkten Saatgut ausschließlich als F1-Hybriden!

Warum Cannabissamen so teuer sind

Der Grund warum Cannabissamen relativ teuer sind liegt daran, dass zur Findung, Stabilisierung und Züchtung einer Sorte sehr viel Aufwand betrieben werden muss. Bei gutem Saatgut erwartet dich als Gegenleistung eine qualitativ hochwertige und reichhaltigen Ernte!

Mehr über die Stabilisierung von Cannabis-Hybriden erfährst du im Sensi Seeds Blogbeitrag „Cannabis-Genetik 101: Stabilisierung einer Sorte“!

Geschichte der Hanfhybriden

Die ersten Hanfhybriden entstanden in den 70ern in Kalifornien und Oregon. Dabei wurden vorwiegend aus Mexiko stammende Sativa-Landrassen mit importierten Indica-Sorten gekreuzt.

Die erste Hybridsorte die eine Art Revolution ausgelöst hat, war Skunk #1 , eine Kreuzung verschiedener Sativa-Landrassen mit einer afghanischen Indica.

Haupteigenschaft von Skunk ist der typische Geruch, der kleine Wuchs, die expansive Blütenentwicklung und die kurze Blütezeit gepaart mit einer ausgeglichenen Wirkstoffkombination aus dem Sativa- und Indica-Spektrum.

Durch Hybridisierungstechniken entstanden schließlich immer neuere Hanfsorten mit immer höheren Erträgen und THC-Konzentrationen. Die ersten dieser hochpotenten wie legendären Hybriden sind AK47 und White Widow aus den 90er Jahren.

Viele dieser neu erschaffenen Old-School-Klassiker wurden zwischenzeitlich stabilisiert und seitdem als Basis für neuere Zuchtlinien verwendet.

Beliebte Zuchtlinien der modernen Hybridlandschaft

  • Skunk – Pflegeleichte Klassiker für indoor, outdoor oder das Gewächshaus
  • Blueberry – Bläulich-rote, süßliche Thai-Afghani-Genetik mit viel THC
  • Cheese – Urform des Skunk mit unglaublich armomatischen Riesenknospen
  • Haze – Sagenumwobene Sativa-Hybrid-Genetik aus Kalifornien
  • Kush – Frühblühende kompakte Indica-Genetik mit Hascharoma
  • Northern Lights – Geruchsarme, ganz besondere Afghanica-Genetik
  • White Widow – Kristallbedeckte Hybriden mit Indica-Kick
  • Sour Diesel – Energie- und Euphoriebringer aus Sativa-Afghani-Genetik

Unterschiede bei Hanfhybriden

So gut wie alle modernen Hanfsorten sind heutzutage Hybriden. 100 % sortenrein sind ausschließlich Landrassen. Für die kommerzielle Eignung werden diese meist mit anderen Genen geringgradig angereichert.

Die im Handel verfügbaren Sativa- und Indica-Genetiken haben meist einen Anteil von 70% 95% artspezifischer Gene, daher auch die Bezeichnung „Sativa dominant“ bzw. „Indica dominant“.

Die Einkreuzung geringer Anteile anderer Hanfarten dient der Sortenoptimierung. So wurde beispielsweise die südafrikanische Sativasorte Durban von Sensi Seeds mittels einer 10-prozentigen Indica-Einkreuzung für kühlere Gegenden akklimatisiert.

Sativas oder Indicas zählen zu den Hybriden, wenn diese von mindestens 2 unterschiedlichen Hanfsorten abstammen.

So besteht z. B. die Sorte Mexican Sativa von Sensi Seeds aus einer mexikanischen Landrasse aus Oaxaca, zu einem geringen Anteil aus der südafrikanischen Durban und einer schnell blühenden Haschpflanze aus Pakistan.

Neben sativa- und indicadominanten Sorten spielen heutzutage besonders Sativa-Indica-Hybriden (mit 50% Sativa- und 50% Indica-Anteil), Sativa-Hybriden (55% – 65% Sativa-Anteil) und Indica-Hybriden (55% – 65% Indica-Anteil) eine große Rolle.

Die besten Hanfhybriden

Genotyp & Phänotyp

Wie du vielleicht schon gehört hast, verfügt jede Hanfpflanze über einen eigenen Genotyp und Phänotyp. Doch was bedeutet das überhaupt?

Indica-Sativa-Hybrid mit beginnender Blüte vom Indica-Phänotyp

Der Genotyp steht für die die Gesamtheit aller genetischen Informationen einer Pflanze, die diese von ihren Eltern geerbt hat.

Trotz der selben Genetik können Aussehen, Größe, Ertrag, Geschmack und Wirkung einer Sorte variieren – was sich im jeweiligen Phänotyp äußert.

Der Phänotyp steht also für spezielle Merkmalsausprägungen einer Pflanze, die durch Umwelteinflüsse wie Sonne, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wasser und Boden bestimmt werden.

Wird beispielsweise eine „rote“ Hanfsorte drinnen und draußen angebaut, kann die Blattfarben z. B. indoor rot und outdoor grün ausfallen.

Bei Hybriden ist die Varianz am stärksten ausgeprägt. Im Vergleich zu den reinerbigen Landrassen, erlaubt die Genetik von unterschiedlichen Vorfahren eine wesentlich größere Bandbreite an Ausprägungsmöglichkeiten der Pflanzenmerkmale.

Es kann also durchaus sein, dass du unter Kunstlicht bei identischen Bedingungen unterschiedlich aussehende Pflanzen derselben Sorte aufziehst, wenn es sich um Hybriden handelt.

Innerhalb der selben Cannabissorte können Hanfpflanzen also unterschiedlich aussehen, wenn abweichende Umweltbedingungen vorliegen oder eine entsprechende Vielfalt an gentischer Erbinformation vorhanden ist.

Wichtig

Nur bei hochwertige Seedbanks findest du wirklich stabile Hybridsorten. Andernfalls musst du beim selben Saatgut mit Pflanzen rechnen, die unterschiedlich aussehen. Achte hierzu unbedingt auf die Angaben zu den Geno- und Phänotypen, wie du sie z. B. bei Sensi Seeds findest.

Feminisierter Hanf

Sicher hast du schon von weiblichen oder feminisierten Hanfsamen gehört. Doch was genau steckt hinter dem Versprechen „100 % weibliche Hanfpflanzen“?

Blühende feminisierte Hanfpflanzen kurz vor der Ernte in einem Indoor-Growroom

Vielen Grower schwören auf „feminisierte Hanfsorten“ und zwar aus folgenden Gründen:

  • Es werden 100 % weibliche Sinsemilla-Blüte geerntet
  • Es gibt kein Bestäubungsrisiko durch männlichen Hanf
  • Das Identifizieren und Aussortieren der Männchen entfällt
  • Weniger Aufwand und Kosten, da Männchen nicht mit aufgezogen werden
  • Die Anbaufläche kann ohne Männchen 100 % ausgeschöpft werden

Feminisierter Hanf ist keine Schöpfung der Natur (damit wäre das Prinzip der Arterhaltung außer Kraft gesetzt) und auch kein Gentechnik-Produkt, sondern das Ergebnis spezieller Zuchttechniken.

Beliebte feminisierte Hanfsorten

Züchtung von feminisierten Hanf

Die meisten Hanfpflanzen haben von Natur aus sowohl weiblich als auch männliche Eigenschaften. Erst nach Ende der Wachstumsphase kommen entweder weibliche oder männlichen Blüten zum Vorschein.

Werden die blühenden Weibchen unwirtlichen Bedingungen ausgesetzt, leiten diese ein biologisches Notfallprogramm ein und bilden männliche Blüten. Die so entstandenen Zwitterpflanzen befruchten sich zur Arterhaltung selbst.

Auf der anderen Seite gibt es auch wenige Hanfpflanzen mit ausschließlich weiblichen Eigenschaften. Bei diesen rein weiblichen Pflanzen findet in Stresssituationen keine Zwitterbildung statt, da die entsprechenden Erbanlagen dafür fehlen.

Für die Gewinnung von feminisierten Samen müssen jedoch genau diese rein weiblichen Pflanzen identifiziert werden.

Dies gelingt, indem alle Weibchen stark gestresst werden und so ihr Notfallprogramm einleiten. Zwitterpflanzen können anschließend problemlos aussortiert werden. Alle verbleibenden weiblichen Pflanzen werden nun für die Samenbildung verwendet.

Dafür müssen in einem letzten Schritt alle ausgewählten Pflanzen mit 100 % weiblichen Erbanlagen zum zwittern gezwungen werden. Biologisch wäre dies gar nicht möglich. Daher wird in die chemische Trickkiste gegriffen.

Durch Chemikalien wie Natriumthiosulfat und Silbernitrat wird die pflanzeneigene Hormonproduktion so stark durcheinander gewirbelt, dass trotz fehlender männlicher Erbanlagen eine Zwitterbildung mit Selbstbefruchtung erfolgt.

Wurde dieser Feminisierungsprozess erfolgreich angewandt, bringen die so gewonnen Samen relativ zuverlässig feminisierte Nachfahren hervor.

Wichtig

Die Herstellung von feminisierten Hanfsamen ist schwierig und erfordert Erfahrung. Überlass diese Arbeit lieber den Profis. Bei Premium-Seedbanks wie Sensi Seeds, Dutch Passion oder Paradise Seeds kannst du sicher sein, dass deine feminisierten Samen auch wirklich weibliche Hanfpflanzen werden!

Selbstblühender Hanf

Wenn du nun glaubst, dass feminisierter Hanf das Nonplusultra ist, dann hast du vielleicht noch nichts über selbstblühenden Hanf gehört.

Selbstblühende Hanfpflanzen kurz nach Einleitung der Blüte im Anschluss an die kurze Wachstumsphase
Selbstblühender Hanf hat im Vergleich zu photoperiodisch blühenden Hanfsorten verschiedene Vorteile:

  • Blütenbildung unabhängig von der Tageslichtlänge – Ernte schon im Frühsommer möglich
  • Frühere Ernte durch kürzere Blütephase –  Mehrere Ernten pro Jahr sind möglich
  • Kleine Pflanzen durch kurze Wachstumsphasen – Perfekt für unauffälligen Anbau
  • Störlichtresistenz durch Ruderalisgene – Perfekt für Balkon und Fenster
  • Hohe Schimmelresistenz durch Ruderaliseinkreuzung  – Auch bei Kälte kultivierbar

Durch Unabhängigkeit vom Hell-Dunkel-Zyklus in Verbindung mit einer sehr kurzen Vegetations- und Blütephase, sind mehrere Ernten im Jahr möglich.

Die kurze Wuchshöhe ermöglicht den diskreten Anbau auf Balkon, Fenster oder in einer kleinen Growbox. Die einzigartige Störlichtresistenz macht selbstblühende Sorten alternativlos bei nächtlichem Lichteinfluss aus Haus oder Garten.

Autofloweringsorten sind dank eingekreuzten Ruderalisgenen witterungsbeständiger und schimmelresitenter als ihre photoperiodischer Hanf, denn Ruderalhanf ist nur durch äußerst robuste Gene in den unwirtlichen Steppen Zentralasiens überlebensfähig.

Typische Eigenschaften von selbstblühenden Hanf

  • Nur 3–5 Wochen vegetative Wachstumsphase
  • Kein veränderter Lichtzyklus für die Blütenbildung erforderlich
  • Konstante Beleuchtungszeit von 18–20 Stunden bei Kunstlicht
  • Von der Keimung bis zur Ernte 8–14 Wochen (je nach Sorte)
  • Geringerer THC- und höherer CBD-Gehalt als bei photoperiodischen Hanf
  • Höhere Kälte- und Schimmelresistenz durch Ruderalisgene

Geschichte der Autoflowering-Strains

Die erste kommerzielle Autoflowering-Sorte war Lowryder von The Joint Doctor. Von der Keimung bis zur Ernte benötigt die Pflanze lediglich 8 Wochen – bei einer Wuchshöhe von 30–50 cm!

Als Basis diente eine „mexikanische Ruderalis“, die ursprünglich von Antonio (einem Freund des Joint Doctor) in den 70ern aus einer russischen Ruderalis und einer mexikanischen Sativa erschaffen wurde.

Durch Dominanz photoperiodischer Gene, war die Stabilisierung selbstblühender Hybriden seither stets gescheitert. Doch mit Lowryder gelang der große Durchbruch.

Potenter Hanf ließ sich erstmals völlig unauffällig und unter widrigsten Bedingungen sogar Polarkreis anbauen.

Leider blieb Lowryder in puncto Qualität, Geschmack und Ertrag seinen photoperiodischen Verwandten noch weit unterlegen. Dies erkannte auch The Joint Doctor und verfeinerte die Lowryder-Linie mit neuen Einkreuzungen.

The Joint Doctor's bekannteste Lowryder-Hybriden

  • Lowryder #2 – Kreuzung aus Lowryder #1 und Santa Maria a.k.a. Planck
  • Chronic Ryder – Kreuzung aus Lowryder #2 und The Chronic

Nachdem mit Lowryder #1 erstmals die Stabilisierung einer selbstblühenden potenten Hanfsorte gelang, war es nur eine Frage der Zeit, bis aus der Lowryder-Genetik neue selbstblühende und feminisierte Hanfsorten entstanden.

Heute entwickelte sich der Markt immer weiter in Richtung ständig besser werdenden selbstblühenden feminisierten Hanfsorten, die zunehmend an die Qualität ihrer photoperiodischen Schwestern heranreichen.

AuftoFems

Auftofems sind nichts anderes als Sativa- und Indica-Sorten, die mit Ruderalis-Genetik gekreuzt und feminisiert wurden.

Damit entstanden Supergenetiken, die an jedem beliebigen Ort und praktisch jeder bewohnbaren Klimazoneohne Überwachen und Aussortieren von männlichen Hanfpflanzen – einen sorgenfreien Eigenanbau ermöglichen.

Trotz Boom auf dem Markt von selbstblühenden Hanfsamen, finden sich nur wenige zuverlässige feminisierte Autoflowering-Sorten im Handel. Grund: Nur eine relativ geringe Anzahl an Züchtern beherrscht dieses Handwerk richtig gut.

Beliebte Autofem-Hanfsorten

Hervorragende AutoFems liefert ein Teil der berühmten Sensi-Seeds-Redux-Serie einer Neuauflage der besten regulären Klassiker als feminisierte und selbstblühende Sorten.

Besoners hohe Erträge, Potentz und Qualität liefern zudem die SuperAutoFems von Flash Seeds mit oft mehr als 2 m Wuchshöhe erreichen!

Finde jetzt deine Lieblingshanfsorte